Aufnahme, Transkription & KI

Transkription

Vom gesprochenen Wort zum Text

Auch: Verschriftlichung · automatische Transkription · Speech-to-Text

Was ist Transkription?

Transkription ist die Verschriftlichung gesprochener Sprache, heute meist automatisch durch Spracherkennung. Ein Transkript einer Therapiesitzung enthält Gesundheitsdaten und ist damit eine besondere Kategorie personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO. Wird ein externer Dienst genutzt, liegt eine Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO vor, deren Vertrag wegen § 203 Absatz 3 StGB auch die Verpflichtung der mitwirkenden Personen abdecken muss. Das Transkript ist ein Zwischenprodukt: Die eigentliche Dokumentationspflicht erfüllt es nicht, sie erfüllt die daraus erstellte fachliche Dokumentation.

Auf einen Blick

Datenkategorie
Besondere Kategorie nach Art. 9 DSGVO
Bei externem Dienst
Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO, die auch § 203 Abs. 3 StGB abdeckt
Verhältnis zur Akte
Zwischenprodukt, ersetzt die fachliche Dokumentation nicht
Voraussetzung
Wirksame Einwilligung in die Aufnahme

Typische Fehler

  • Ein Wortprotokoll ist keine gute Dokumentation. Die Dokumentationspflicht verlangt das fachlich Wesentliche, nicht die vollständige Wiedergabe.
  • Der Verarbeitungsort ist zu prüfen. Bei Übermittlung in Drittländer gelten die zusätzlichen Anforderungen des Kapitels V der DSGVO.
  • Transkripte brauchen eine eigene Löschfrist. Sie an die zehnjährige Aktenfrist zu koppeln, ist datenschutzrechtlich schwer begründbar.

Häufige Fragen

Darf ich Therapiesitzungen automatisch transkribieren lassen?
Ja, wenn eine wirksame Einwilligung in die Aufnahme vorliegt und ein Auftragsverarbeitungsvertrag besteht, der neben Art. 28 DSGVO auch die Schweigepflicht nach § 203 Absatz 3 StGB abdeckt. Der Verarbeitungsort sollte geprüft und gegenüber der Patientin benannt werden.
Erfüllt das Transkript die Dokumentationspflicht?
Nein. Die Dokumentationspflicht nach § 630f BGB verlangt die Aufzeichnung des fachlich Wesentlichen. Ein Wortprotokoll ist weder verlangt noch ausreichend strukturiert. Maßgeblich ist die daraus erstellte fachliche Dokumentation.
Wie lange darf das Transkript gespeichert bleiben?
So lange, wie es für den Zweck erforderlich ist. Dient es der Erstellung der Dokumentation, endet die Erforderlichkeit in der Regel mit deren Fertigstellung.

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Verwandte Begriffe

Quellen

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